Erste Besiedlung des Gebietes durch einen keltischen Stamm.
ca. ab dem 1. Jh. nach Chr.
Germanische Stämme vertreiben die Kelten und siedeln sich in der Gegend um Prag an.
Ab 5. Jh.
Slawische Stämme stoßen in das Gebiet vor und besiedeln Böhmen.
9. Jh.
Ein slawischer Stamm, die Tschechen, erbauen Teile der Stadt Prag. Prag ist Teil des Großmärischen Reiches. Unter den Tschechen werden im 9. Jahrhundert beispielsweise die ersten Gebäude der Prager Burg errichtet.
10. bis 13. Jh.
Der Ahnherr Przemysl wird zum König von Böhmen. Der erste tschechische Königsdynastie entsteht. Im Jahr 950 wurde Böhmen gezwungen, sich dem Heiligen Römischen Reiche Deutscher Nation (Erstes Reich) unterzuordnen.
Prag wird 973 zum Bischofssitz. Im Prager Bistum lassen sich viele Deutsche nieder. Es entstehen zahlreiche Bauten wie die Altstadt und die Kleinseite. Beide Siedlungen erhalten im 13. Jahrhundert das Stadtrecht.
14. Jh.
Prag erlebt eine Blütezeit unter Kaiser Karl IV. Dieser gründet 1348 die Universität und die Neustadt.
15. Jh.
Unter dessen Nachfolger König Wenzel IV. kommt es zu Konflikten zwischen der deutschen und tschechischen Bevölkerung. Das tschechische Nationalbewusstsein wird immer stärker und die Deutschen werden zunehmend verdrängt. Das Kuttenberger Dekret veranlasst 1409 die Abwanderung der deutschen Professoren und Studenten nach Leipzig.
Am 30.7.1419 kommt es zum Ersten Prager Fenstersturz am NeustäÐter Rathaus. Mitstreiter des 1415 verbrannten Jan Hus, die so genannten Hussiten, befreien ihre gefangenen Gefolgsleute und werfen die Ratsherren aus dem Fenster. Dieser Prager Fenstersturz ist der Auslöser der blutigen Hussitenkriege. Die protestantischen böhmischen Hussiten kämpfen gegen die katholischen Herrscher (Reformation).
Erst 1433 kommt ein Kompromiss mit dem gemäßigten Teil der Hussiten zustande. Diese gemäßigten Hussiten setzten sich schließlich 1434 in einer Schlacht gegen die radikalen Hussiten durch.
16. Jh.
Erst am Ende des 16. Jahrhunderts erlebt Prag wieder einen Aufschwung. Kultur und Wissenschaft werden gefördert.
17. Jh.
Die katholischen Herrscher aus dem Hause Habsburg und die böhmischen Protestanten geraten in Streit. Am 23.5.1618 kommt es zum Zweiten Prager Fenstersturz. Dabei werden Angestellte des Kaisers von den Teilnehmern einer protestantischen Versammlung aus einem Fenster der Prager Burg geworfen. Dies ist der Auslöser des Dreißigjährigen Krieges. Die Habsburger können sich durchsetzen, rekatholisieren die Bevölkerung und verleihen den deutschstämmigen Mitbürgern wieder mehr Privilegien, wodurch die Tschechen zurückgedrängt werden (Gegenreformation).
18. Jh.
Die einzelnen Prager Städte werden zu einer Stadt vereint. Die Tschechen werden wieder stärker. Das führt erneut zu Konflikten zwischen Deutschen und Tschechen.
19. Jh.
1848 kommt es zu einem Aufstand von radikalen Tschechen, die eine tschechische Autonomie fordern (Prager Pfingstaufstand). Dieser Aufstand kann jedoch schnell niedergeschlagen werden.
1918
1918 wird in Prag die Tschechoslowakische Republik ausgerufen. Prag wird Hauptstadt.
1939 - 45
In Prag marschieren deutsche Truppen der Nazis ein, die ganz Böhmen und Mähren besetzen. Das Land wird schließlich von der Roten Armee befreit.
1948
Die Tschechoslowakische Volksrepublik wird gegründet.
1968
Im "Prager Frühling" lehnt sich das Volk unter Führung von Alexander Dubcek auf und fordert Reformen. Dieser Aufstand wird von Panzern des Warschauer Paktes niedergeschlagen.
1989
Hunderttausende Menschen demonstrieren für Demokratie. Die kommunistische Regierung tritt zurück. Vaclav Havel wird Präsident.
1990
Das Land heißt nun CSFR: Tschechische und Slowakische Föderative Republik.
1993
Das Land spaltet sich in Tschechische und Slowakische Republik. Prag wird Hauptstadt der Tschechischen Republik.